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Was ist AAL und wie kann es mich unterstützen?

AAL ist die Abkürzung für „Active and Assisted Living“ und kann auf Deutsch mit „Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben“ beschrieben werden. Es umfasst verschiedene Konzepte, Methoden, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Dienstleistungen, die das alltägliche Leben von Menschen mit Unterstützungsbedarf erleichtern und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Dienstleistungen von professionellen und informellen Pflegepersonen sollen zudem durch die AAL-Technologien unterstützt und erleichtert werden.

Es gibt eine breite Palette verschiedener Produkte und Dienstleistungen im AAL-Bereich, die abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse ausgewählt werden können. Einsatzbereiche sind beispielsweise:

  • Gesundheit, Ernährung und Krankheitsmanagement (z.B. Vitaldatenmonitoring, Erinnerung an Medikamenteneinnahme)
  • Sicherheit (z.B. Notrufknöpfe, Sturzerkennung, Brandmelder, Einbruchprävention, automatische Abschaltung des Herdes bei Abwesenheit)
  • Benachrichtigungssysteme bei definierten Ereignissen (z.B. Bewegungslosigkeit in der Wohnung)
  • Steigerung des Komforts und Lifestyles (z.B. kontextabhängige Beleuchtungs-, Raumtemperatur- und Jalousiesteuerungen sowie die Bedienung von Lampen, Heizung, Jalousien und Elektrogeräten über das Smartphone und Tablet)
  • Kommunikation und Integration ins soziale Umfeld (z.B. Seniorengerechte Tablets mit Skype und Fotoalben)
  • Mobilität (z.B. Uhren mit Ortungssystemen, vereinfachte Fahrplanabfrage öffentlicher Verkehrsmittel)
  • Unterstützung von Demenzerkrankten (z.B. Lichtleitsysteme, Kalenderfunktionen mit Erinnerungen, Gedächtnistrainingsapps)

Living Lab - Was ist das?

Die Ausrichtung auf Markt- und Kundenbedürfnisse bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen ist einer der Schlüsselfaktoren für deren späteren Erfolg. Eine frühe Einbeziehung der künftigen Zielgruppen bereits im Entwicklungsprozess, wird in der Praxis jedoch meist nicht umgesetzt. So kommen viele Produkte bzw. Dienstleistungen auf den Markt, die nicht angenommen werden.

Die Forschungsmethode „Living Lab“ bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Interessensgruppen zusammenzubringen, um gemeinsam an bedarfsgerechten Lösungen zu arbeiten.

 

Das IBH Living Lab im Besonderen bietet eine ganzheitliche Infrastruktur für Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkt im AAL-Themenfeld. Innovation und Evaluation unter realen Bedingungen und mit Berücksichtigung der Anforderungen aller Interessensgruppen kann stattfinden. Dieser „Living Lab”-Ansatz zieht nicht nur die technische Umgebung und die psycho-physiologischen Aspekte in Betracht, sondern auch kulturelle, organisatorische, gesetzliche und marktrelevante Gesichtspunkte. Angesiedelt in der Bodenseeregion, berücksichtigt das Projekt regionale Gegebenheiten und fördert regionale Innovation.

Anwendungsbeispiele

Hier schildern wir Ihnen einige Beispiele für Anwendungsfälle im realen Umfeld. Natürlich ist aber jede Person, ihre persönlichen Vorlieben und Einschränkungen einzigartig. Aus diesem Grund wird bei der Auswahl der passenden Assistenzsysteme immer der/die konkrete BewohnerIn selbst in den Prozess mit eingebunden. So wird erreicht, dass die technische Unterstützung optimal auf die Bedürfnisse der betreffenden Person abgestimmt ist.

Internet Video- & Sprachanrufe

Frau Obermaier ist 83 Jahre alt und hat keine näheren Verwandten in unmittelbarer Umgebung. Ihre Krankheit verhindert anstrengende, weite Reisen. Um ihr den Kontakt mit ihren Kindern und Enkelkindern zu ermöglichen bekommt sie ein Tablet, mit dem sie per Skype die Möglichkeit hat, diese kostengünstig so oft sie will anzurufen.

Fernsteuerung der Wohnung

Frau Gruber ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie wohnt zwar in einem Smart Home, tut sich aber schwer die Schalter an der Wand über Kommode und Schuhkasten zu drücken. Eine Fernbedienung für ihr Smartphone/Tablet greift auf die Schnittstelle der Hausautomation zu, womit sie Heizung, Jalousie und Licht von der gesamten Wohnung aus steuern kann.

Benachrichtigung bei ungewöhnlichem Tagesablauf

Frau Huber ist 82 Jahre alt, leicht dement, momentan aber noch vollkommen eigenständig. Um sicherzustellen, dass ihr Tagesrhythmus nicht aus der Bahn gerät, wurde ihre Wohnung mit Bewegungssensoren ausgestattet. Diese zeichnen langfristig ihren Tagesablauf auf, wodurch definierte Abweichungen erkannt werden können. Wird z.B. nach einer bestimmten Uhrzeit das Haus verlassen oder verschieben sich die Aufstehzeiten, wird eine ausgewählte Person automatisch darüber informiert.

Erweiterte Türklingel

Frau Müller ist 75, äußerst schwerhörig und wohnt alleine. Wenn sie Besuch bekommt und die Klingel läutet, pulsieren die Lichter im Wohnzimmer und auf einem kleinen Bildschirm neben der Wohnungstüre erscheint ein Video, das die Besuchenden davor anzeigt.